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Carsharing Anbieter in Deutschland 2026: Free Floating und stationsbasiert im Vergleich

Dieselbe Fahrt, fünf Kilometer in einer Viertelstunde, kostet bei sieben großen Anbietern zwischen 2,55 und 9,60 Euro. Der Preisunterschied von fast dem Vierfachen hat weniger mit der Qualität des Autos zu tun als mit der Abrechnung: Wer pro Minute zahlt, fährt kurz günstig, wer eine volle Stunde bucht, zahlt für Zeit, die er nie nutzt. Dieser Vergleich der Carsharing Anbieter 2026 in Deutschland ordnet die Angebote nach ihrem Modell, nennt die Städte und rechnet die Tarife auf drei Standardfahrten um. Alle Preise stammen aus dem Preisindex mit Stand Oktober 2026. Wer Carsharing Anbieter in Deutschland sucht, findet heute zwei Lager: wenige große Free-Floating-Flotten und viele lokale Stationsanbieter.

Carsharing Anbieter im Vergleich 2026: die Preise für drei Fahrten

Der Preisindex rechnet je Anbieter die kleinste gängige Fahrzeugklasse im günstigsten regulären Tarif, ohne Abo, Paket oder Aktion. Die Kurzstrecke sind 5 Kilometer in 15 Minuten, der Einkauf 20 Kilometer in zwei Stunden, der Tagesausflug 150 Kilometer in 24 Stunden. Kraftstoff oder Strom sind in allen Preisen enthalten, die Buchungs- oder Startgebühr je Fahrt ist eingerechnet. Dieser Carsharing Anbieter im Vergleich rechnet für alle dieselben drei Fahrten, damit Minuten-, Kilometer- und Stundentarife vergleichbar werden.

AnbieterModellKurzstreckeEinkauf (2 h)Tagesausflug
Free2move (Share Now)free floating2,55 €20,40 €nicht berechenbar
stadtmobilstationsbasiert3,10 €11,40 €79,00 €
teilAutokombiniert3,50 €9,80 €63,00 €
cambiostationsbasiert3,90 €10,60 €68,50 €
Milesfree floating4,95 €37,80 €104,99 €
book-n-drivekombiniert6,90 €15,00 €78,00 €
Flinksterstationsbasiert9,60 €20,90 €114,90 €

Stand Oktober 2026, Quelle: Tarifseiten und Preislisten der Anbieter. Die Stadt, auf die sich der Tarif bezieht, steht je Anbieter im Preisindex.

Drei Dinge fallen auf. Erstens liegt bei der Kurzstrecke ein Free-Floating-Anbieter vorn, aber Miles liegt mit 4,95 Euro hinter stadtmobil, teilAuto und cambio. Miles rechnet nach Kilometern: 5 Kilometer zu 0,79 Euro plus 1 Euro Entsperrgebühr. Zweitens drehen sich die Verhältnisse beim Einkauf um, denn die Stationsanbieter rechnen in der Regel Stundenpreise plus Kilometer, während Free2move 120 Minuten à 0,17 Euro berechnet und Miles zusätzlich 60 Standminuten zu 0,35 Euro. Drittens ist der Tagesausflug die Domäne der Stationsanbieter. teilAuto kommt auf 63 Euro, Miles auf knapp 105 Euro und Flinkster mit dem Tageshöchstpreis von 59 Euro plus Kilometern auf 114,90 Euro.

So wurde gerechnet

Der Preisindex für Oktober 2026 stützt sich auf die veröffentlichten Tarifseiten, Preislisten und Tarifordnungen von sieben Anbietern. Gerechnet ist werktags zwischen 7 und 24 Uhr, in der kleinsten gängigen Fahrzeugklasse und im günstigsten Standardtarif. Monatsgebühren und Anmeldegebühr stehen getrennt, sie fließen nicht in die Fahrtkosten ein. Bei Miles ist die Fahrzeit mit 20 km/h angesetzt, alles darüber hinaus gilt als Standzeit. Die Grenzen: Preise variieren je Stadt und Fahrzeug, Abo-Tarife sind nicht eingerechnet, Free2move veröffentlicht den Kilometerpreis für Tagestarife nur in der App. Sixt share ist im Index nicht enthalten. Jede Rechnung steht im Preisindex nachvollziehbar je Anbieter.

Free Floating: Miles und Free2move

Das Carsharinggesetz definiert stationsunabhängiges Carsharing in § 2 als Angebotsmodell, bei dem „die Nutzung des Fahrzeugs ohne Rücksicht auf vorab örtlich festgelegte Abhol- und Rückgabestellen begonnen und beendet werden kann“. Im Alltag heißt das: Du siehst in der App ein Auto auf der Straße, öffnest es per Smartphone und stellst es am Ende der Fahrt im Geschäftsgebiet wieder ab.

Bei Free Floating dominieren in Deutschland zwei Marken. Miles, entstanden aus dem Berliner Anbieter drive by und seit 2018 unter diesem Namen am Markt, rechnet nach Kilometern ab. Laut der Städteübersicht auf der Miles-Webseite fährt der Anbieter in 14 Städten: Berlin, Potsdam, Hamburg, München, Augsburg, Stuttgart, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Wuppertal, Solingen, Mönchengladbach und Neuss. Im bcs-Städteranking 2024 nennt der Bundesverband Carsharing Miles in Hamburg und München den größten Anbieter für Free Floating. Die Meldung zur Umbenennung von drive by in MILES erklärt den Kilometertarif als Gegenentwurf zur Minutenabrechnung, und im Check zu Miles in Deutschland steht, für wen sich das rechnet.

Wie Miles wuchs, lässt sich an den Meldungen nachvollziehen: Zum Start in Hamburg im November 2018 stellte der Anbieter 150 Fahrzeuge bereit, 100 Toyota Yaris, 25 Toyota C-HR und 25 Transporter, die Pkw-Flotte war damals vollständig hybrid. Im August 2019 folgten München mit 250 und Düsseldorf mit 125 Fahrzeugen. Heute zeigt die Miles-Webseite unter anderem einen Audi e-tron, ein Tesla Model Y und einen Audi Q2, und die Preisseite unterscheidet S-, M-, L- und XL-Autos, Premium-Fahrzeuge und Transporter.

Free2move betreibt das Free-Floating-Geschäft, das früher unter Share Now lief. Stellantis kündigte im Mai 2022 die Übernahme von Share Now von BMW und Mercedes an, wie autohaus.de berichtete, und führt das Geschäft seitdem unter Free2move. Heute leitet share-now.com per Weiterleitung auf die Free2move-Seite um. In den erfassten Städten ist Free2move in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf vertreten. Abgerechnet wird je Minute: Der Fiat 500e kostet auf der Berlin-Seite ab 0,17 Euro pro Minute, Peugeot 208, Citroën C3 und Opel Corsa ab 0,24 Euro. 200 Kilometer sind im Minutentarif inklusive, danach gelten 0,39 Euro je Kilometer.

Sixt share gehört ebenfalls in diese Kategorie. Der Anbieter startete im Februar 2019 mit Free Floating in Berlin und der Möglichkeit, Fahrzeuge an Sixt-Stationen zurückzugeben. Deshalb steht Sixt share hier nur als Hinweis und nicht in der Preistabelle.

Wie sich das Free Floating entwickelt, zeigt die Bundesstatistik: Der bcs schätzt die Zahl der free floating Fahrzeuge zum 1. Januar 2026 auf 24.800, nach 27.400 ein Jahr zuvor, ein Rückgang von 9,5 Prozent. Der bcs bezeichnet diese Zahlen ausdrücklich als Schätzung auf Basis von Anbieterangaben und eigenen Recherchen.

Stationsbasiert: cambio, stadtmobil, Flinkster, teilAuto und book-n-drive

Stationsbasiertes Carsharing beschreibt das Gesetz als „Angebotsmodell, das auf vorab reservierbaren Fahrzeugen und örtlich festgelegten Abhol- oder Rückgabestellen beruht“. Du buchst im Voraus ein Auto an einer Station in der Nähe, fährst und bringst es zurück. Der Vorteil ist Planbarkeit, der Preis fällt dank Stundentarifen und niedrigen Kilometerpreisen bei Einkäufen und Tagesausflügen deutlich geringer aus. Der Nachteil: Eine Einwegfahrt ist bei klassischen Stationsmodellen nicht vorgesehen, das Auto gehört nach der Fahrt an seine Station zurück.

Nach der bcs-Statistik 2026 waren am 1. Januar 2026 bei stationsbasierten und kombinierten Anbietern 978.300 Personen fahrberechtigt, 11,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Flotte wuchs um 2,2 Prozent auf 18.390 Fahrzeuge. Die fünf Anbieter im Preisindex unterscheiden sich vor allem bei der Taktung:

  • cambio bucht mindestens eine Stunde, der Basis-Tarif kostet 2,50 Euro pro Stunde werktags und 0,28 Euro je Kilometer (bis 100 Kilometer, danach 0,21 Euro), der Tag 30 Euro. Die Anmeldung kostet 30 Euro einmalig.
  • stadtmobil ist ein Verbund regionaler Gesellschaften. Erfasst ist stadtmobil Berlin: 2,00 Euro pro Stunde, 0,32 Euro je Kilometer, 1 Euro Servicegebühr je Buchung, 3 Euro im Monat und 19 Euro einmalig.
  • Flinkster rechnet die erste Stunde voll (5,90 Euro beim VW Polo) und danach im Viertelstundentakt, dazu 0,36 Euro je Kilometer und 1,90 Euro Buchungsgebühr. Das macht Flinkster bei kurzen Fahrten teuer, bei einem Tageshöchstpreis von 59 Euro aber kalkulierbar.
  • teilAuto aus Leipzig verlangt im Rahmentarif 2,10 Euro pro Stunde und 0,28 Euro je Kilometer, 6 Euro im Monat für Nichtmitglieder und 25 Euro Startpreis plus 100 Euro Kaution. Genossenschaftsmitglieder ab zwei Anteilen zahlen keine Monatsgebühr.
  • book-n-drive kombiniert Stationsautos und das Free-Floating-Angebot cityFlitzer. Im Basic-Tarif kostet die Stunde 3,30 Euro, ab der zweiten Stunde gilt ein 15-Minuten-Takt.

Dazu kommen regionale Betreiber ohne eigenen Eintrag im Preisindex: Stattauto München, größter stationsbasierter Anbieter der Stadt laut bcs, naturenergie sharing in Freiburg, das Carsharing in Südbaden seit 2024 von Stadtmobil Südbaden übernommen hat, und scouter in Nürnberg. Karlsruhe zeigt, wohin ein starker stationsbasierter Anbieter führt: Platz 1 im Städteranking 2024 mit 5,35 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner, fast vollständig von stadtmobil.

Tarifoptionen und Zeitfenster: was der Preisindex nicht einrechnet

Der Preisindex bildet bewusst den Standardtarif ab. Wer häufiger fährt, hat bei einigen Anbietern Alternativen, die sich aus den Tarifseiten nachrechnen lassen. Die Tabelle zeigt die 150-Kilometer-Tagesfahrt mit und ohne die jeweilige Option:

AnbieterOptionGrundgebühr im MonatTagesausflug mit Optionim Standardtarif
cambioAktiv11,00 €53,30 €68,50 €
stadtmobilProfi7,00 €68,00 €79,00 €
book-n-driveAbo9,90 €64,40 €78,00 €
FlinksterSamstag und Sonntagkeine97,70 €114,90 €

Stand Oktober 2026, gerechnet aus den Tarifseiten der Anbieter. Bei Flinkster gilt am Wochenende ein Höchstpreis von 49 Euro einschließlich 20 Freikilometern.

Weitere Hebel stehen in den Preislisten. teilAuto staffelt nach Fahrverhalten: Der Starttarif für Wenigfahrende liegt bei Zeit- und Kilometerpreisen 20 Prozent über dem Rahmentarif, der Vielfahrertarif 20 Prozent darunter und kostet 30 Euro im Monat. Miles bietet den MILES Pass mit monatlichem Guthaben und Rabatten an, dessen Wert vom Fahrprofil abhängt und im Preisindex nicht eingerechnet ist. Auch die Uhrzeit verändert den Preis: cambio berechnet werktags von Montag 6 Uhr bis Freitag 12 Uhr 2,50 Euro pro Stunde, am Wochenende 3,25 Euro und nachts zwischen 0 und 6 Uhr nur 0,50 Euro. Bei stadtmobil kosten die Stunden zwischen 0 und 7 Uhr nichts, bei teilAuto 0,50 Euro. Für Mietdauern von einer Woche nennen die Preislisten 126,20 Euro bei teilAuto (Minis), 180 Euro bei cambio, 200 Euro bei stadtmobil und höchstens 231 Euro bei book-n-drive.

Auch beim Free Floating hängt der Preis am Ort. Auf der Berlin-Seite von Free2move kostet der Peugeot 208 ab 0,24 Euro pro Minute, auf der bundesweiten Preisseite ab 0,19 Euro. Miles nennt auf der Berlin-Seite Stunden- und Tagestarife ab 34,99 Euro für drei Stunden, auf der zentralen Preisseite ab 39,99 Euro. Der Preisindex rechnet jeweils mit der detaillierteren Quelle.

Anbieter, die der Markt verloren hat

Der Anbietermarkt ist in Bewegung, und die Meldungen der vergangenen Jahre zeigen, wie schnell ein Angebot verschwinden kann. Spotcar in Berlin stellte im Mai 2015 nach nur neun Monaten den Dienst ein, Spotcar war pleite, die Gründe blieben zunächst offen. CiteeCar beantragte im Dezember 2015 kurz vor dem dritten Geburtstag in Deutschland Insolvenz. Citroën beendete Multicity Carsharing in Berlin zum 29. Oktober 2017 und verwies die Kunden über Free2Move an andere Anbieter. Auf der Gegenseite stehen Betreiber, die klein anfingen und blieben: Scouter startete Ende 2014 ohne große Ankündigung in Bonn, Nürnberg und Würzburg als stationsbasierter Anbieter auf dem Flinkster-Netz, in Nürnberg ist er laut städtischer Seite heute noch der genannte Betreiber. Und cambio konnte schon im Januar 2016 mit einer Kundenkarte Autos in 207 Städten in Deutschland und Belgien buchen. Wer sich bei einem Anbieter anmeldet, sollte deshalb nicht auf das größte Netz oder die bekannteste Marke setzen, sondern darauf, was in der eigenen Stadt tatsächlich fährt. Das ist auch der Grund, warum die Städteübersicht nur Anbieter mit belegter Präsenz nennt.

Carsharing Anbieter in Deutschland nach Stadt

Welche der Carsharing Anbieter du nutzen kannst, entscheidet zuerst die Stadt. Der bcs verglich 2024 in einem Städteranking 155 Kommunen ab 50.000 Einwohnern nach Fahrzeugen je 1.000 Einwohner. In den Großstädten teilen sich Free Floating und Stationsanbieter den Markt, in kleineren Städten gibt es oft nur einen Betreiber. Welche Carsharing Anbieter in Deutschland vor Ort verfügbar sind, hängt stark von der Stadtgröße ab.

Stadtbcs-Rang 2024Fahrzeuge je 1.000 Einw.Anbieter laut Städteübersicht
Karlsruhe15,35stadtmobil
München23,37Miles, Free2move, Stattauto München
Hamburg33,04Miles, Free2move, cambio
Stuttgart42,89Miles, Free2move, stadtmobil
Berlin52,58Miles, Free2move, cambio, stadtmobil
Freiburg62,42naturenergie sharing
Düsseldorf72,33Miles, Free2move, cambio
Köln82,14Miles, Free2move, cambio
Leipzig121,44teilAuto
Frankfurt am Main131,35Miles, Free2move, stadtmobil, book-n-drive
Potsdam171,16Miles

Stand Oktober 2026 für die Anbieterzuordnung, Städteranking 2024 des Bundesverbands CarSharing (Erhebung Herbst 2024). Flinkster ist bundesweit über Bahnhöfe und Partnerfahrzeuge in der App verfügbar und hat keine Städteliste. Alle erfassten Städte stehen auf der Seite Carsharing in deutschen Städten.

Für die größten Märkte gibt es eigene Seiten mit Preisen und Geschäftsgebieten: Carsharing in Berlin, in München, in Hamburg, in Freiburg und in Potsdam. Wie stark Stadt und Land auseinanderfallen, beschreibt der Beitrag zu den Carsharing-Unterschieden zwischen Stadt und Land.

Wo welches Modell vorn liegt: die bcs-Ranglisten

Der bcs wertet im Städteranking 2024 nicht nur alle Angebote zusammen aus, sondern auch getrennt nach Modell. Daraus ergeben sich zwei sehr verschiedene Spitzengruppen:

RangFree FloatingFahrzeuge (je 1.000 Einw.)stationsbasiertFahrzeuge (je 1.000 Einw.)
1München4.625 (3,06)Karlsruhe1.363 (4,40)
2Hamburg5.560 (2,91)Freiburg560 (2,36)
3Berlin9.529 (2,52)Tübingen188 (2,01)
4Düsseldorf1.373 (2,18)Heidelberg219 (1,34)
5Stuttgart1.290 (2,04)Marburg93 (1,19)

Quelle: bcs-Städteranking 2024, Erhebung Herbst 2024, Stand der Auswertung Oktober 2026.

Free Floating liegt dort vorn, wo viele Menschen auf engem Raum wohnen, die stationsbasierte Wertung führen Universitäts- und Mittelstädte an. Der bcs hält fest, dass sich die Versorgung in den Großstädten in zwei Jahren um durchschnittlich 29 Prozent verbessert hat, in Städten mit 50.000 bis 99.999 Einwohnern um 20 Prozent. Sieben Städte mit weniger als 250.000 Einwohnern stehen in den Top 20: Freiburg, Tübingen, Heidelberg, Marburg, Darmstadt, Potsdam und Jena. Wer in einer solchen Stadt wohnt, findet also oft ein dichteres Netz als in manchen Großstädten, nur eben mit festen Stationen.

Welcher Anbieter passt zu welcher Fahrt

Bei den Carsharing Anbietern fällt das Urteil je nach Fahrprofil klar aus. Wer überwiegend kurze Wege fährt, spontan ist und in einer Stadt mit Free Floating lebt, fährt mit Free2move am günstigsten: 2,55 Euro für die Viertelstunde sind der niedrigste Wert im Index. Wer dagegen Einkäufe mit Wartezeit und Wochenendausflüge macht, kommt bei stationsbasierten Anbietern deutlich besser weg. Für die Einkaufsfahrt ist teilAuto mit 9,80 Euro der günstigste, cambio mit 10,60 Euro und stadtmobil mit 11,40 Euro folgen dicht. Ein Auto bei Miles kostet für dieselbe Fahrt fast viermal so viel, weil die Standzeit mit 0,35 Euro pro Minute berechnet wird. Am Ende ist jeder Carsharing Anbieter im Vergleich nur so gut wie seine Abdeckung dort, wo man tatsächlich wohnt.

Miles lohnt sich dort, wo die Strecke zählt und nicht die Zeit: Im Fahrbetrieb gibt es keinen Minutenpreis, Parkminuten zu 0,35 Euro fallen nur an, wenn die Miete im Parkmodus weiterläuft. Dafür zahlt der Kunde bei 150 Kilometern knapp 105 Euro, mehr als bei jedem Anbieter mit Stationen außer Flinkster.

Wer den Vergleich auf das eigene Fahrprofil übertragen will, setzt drei Größen ein: wie oft er im Monat fährt, wie lang die Fahrten sind und wie lange das Auto dabei steht. Der Vergleich der Carsharing Anbieter in diesem Beitrag liefert dafür drei Referenzfahrten, für andere Fahrten lassen sich die Stunden- und Kilometerpreise aus den Tabellen einsetzen. Dabei gilt: Je mehr Standzeit, desto eher gewinnen die stationsbasierten Carsharing Anbieter, je kürzer und spontaner die Fahrt, desto eher das Free Floating. Ein Vergleich nach Preisen allein greift trotzdem zu kurz.

Ob ein Anbieter im eigenen Alltag passt, entscheidet am Ende die Dichte: Ein günstiger Tarif ist wertlos, wenn das nächste Auto zehn Minuten Fußweg entfernt steht. Die Fahrzeugzahlen aus dem bcs-Ranking sind dafür der bessere Anhaltspunkt als jede Preistabelle. Wer in mehreren Städten fährt, meldet sich ohnehin besser bei zwei Anbietern an. Der bcs weist darauf hin, dass grundsätzlich jede Person mit Führerschein am Carsharing teilnehmen kann.

Fünf Fragen vor der Anmeldung

Bevor du dich bei einem Anbieter registrierst, lohnt der Blick auf fünf Punkte, die aus den Preislisten hervorgehen. Erstens: Wie wird die Zeit gezählt? Flinkster rechnet die erste Stunde voll und danach im Viertelstundentakt, teilAuto die erste Stunde voll und dann in 30-Minuten-Einheiten, book-n-drive nach der ersten Stunde in 15-Minuten-Schritten, Free2move und Miles dagegen minutengenau beziehungsweise nach Kilometern. Zweitens: Welche Gebühren fallen je Fahrt an? Das sind 1,90 Euro Buchungsgebühr bei Flinkster, 2 Euro bei book-n-drive und 1 Euro Entsperrgebühr bei Miles. Drittens: Gilt der Preis für meine Stadt? Free2move und Miles führen auf ihren Stadtseiten teils höhere Preise als auf der zentralen Preisseite, und stadtmobil ist ein Verbund regionaler Gesellschaften mit unterschiedlichen Preisen. Viertens: Gibt es eine Option für mein Fahrprofil, etwa das Abo bei book-n-drive oder den Campus-Tarif bei cambio, der für Menschen unter 26 Jahren keine Grundgebühr kennt? Fünftens: Wie weit ist das nächste Auto entfernt? Die Dichte entscheidet am Ende, ob ein günstiger Tarif im Alltag etwas nützt.

Anmeldung und Gebühren bei Carsharing Anbietern

Vor der ersten Fahrt steht bei allen Anbietern eine Rahmenvereinbarung, die du einmal abschließt. Danach buchst du ohne weitere Verträge. Die Registrierung setzt einen gültigen Führerschein voraus. Die Gebühren fallen unterschiedlich aus:

AnbieterAnmeldung einmaligGrundgebühr im Monat
Miles0 €0 €
Free2movenicht ausgewiesen0 €
Flinkster8,90 €0 €
stadtmobil19,00 €3,00 €
book-n-drive19,00 €0 €
teilAuto25,00 € (zzgl. 100 € Kaution für Nichtmitglieder)6,00 €
cambio30,00 €0 €

Stand Oktober 2026. Weitere Tarife wie das Abo bei book-n-drive (9,90 Euro im Monat) oder der Aktiv-Tarif bei cambio (11 Euro im Monat) senken die Fahrpreise und lohnen sich erst ab einer bestimmten Nutzung. Welche Gebühren sonst noch lauern, steht in der Analyse der Carsharing Kosten. Die Haftung bei Schäden und die Selbstbeteiligung erklärt die Seite zur Carsharing-Versicherung, und für Fahranfänger gibt es Hinweise zu Carsharing in der Probezeit.

Eine Besonderheit hat Miles: Wer den Führerschein erst kurz besitzt, zahlt in den ersten zwölf Monaten danach eine Rookie Fee von 14,99 Euro im Monat. Sie steht in der Preis- und Kostenordnung des Anbieters und nicht auf der Preisübersicht, die nur Preise „ab“ nennt.

Häufige Fragen

Welche Carsharing Anbieter gibt es in Deutschland?

Bei den Free-Floating-Anbietern sind Miles und Free2move (ehemals Share Now) die großen Namen, stationsbasiert fahren cambio, stadtmobil und Flinkster, kombiniert arbeiten book-n-drive und teilAuto. Dazu kommen regionale Betreiber wie Stattauto München in München oder naturenergie sharing in Freiburg. Welche davon bei dir verfügbar sind, hängt von der Stadt ab.

Was ist der Unterschied zwischen Free Floating und stationsbasiertem Carsharing?

Bei stationsbasierten Angeboten holst du das Auto an einer festen Station ab und bringst es dorthin zurück, meist nach vorheriger Reservierung. Beim Free Floating beginnst und beendest du die Fahrt innerhalb eines Geschäftsgebiets an beliebiger Stelle. So definiert es auch das Carsharinggesetz in § 2. Kombinierte Anbieter haben beides im Programm.

Welcher Carsharing Anbieter ist am günstigsten?

Das hängt von der Fahrt. Im Preisindex vom Oktober 2026 ist die 15-Minuten-Kurzstrecke bei Free2move mit 2,55 Euro am günstigsten. Für die Einkaufsfahrt über zwei Stunden liegt teilAuto mit 9,80 Euro vorn, beim Tagesausflug ebenfalls teilAuto mit 63,00 Euro. Free2move konnte für den Tagesausflug nicht berechnet werden.

Was kostet die Anmeldung bei Carsharing Anbietern?

Die einmalige Anmeldegebühr reicht laut den erfassten Tarifseiten von 0 Euro bei Miles über 8,90 Euro bei Flinkster und 19 Euro bei stadtmobil und book-n-drive bis zu 30 Euro bei cambio. teilAuto verlangt 25 Euro und von Nichtmitgliedern zusätzlich 100 Euro Kaution. Bei Free2move ist keine Anmeldegebühr ausgewiesen.

Gibt es Share Now noch?

Die Webseite share-now.com leitet am 5. Oktober 2026 per Weiterleitung auf das Carsharing von Free2move um, das zu Stellantis gehört. Stellantis hatte Share Now 2022 von BMW und Mercedes übernommen. Die Tarife stehen deshalb unter Free2move, Fahrzeuge und Preise unterscheiden sich je Stadt.

Warum fehlt Sixt Share im Vergleich?

Sixt share steht nicht im Preisindex. Der Anbieter startete 2019 in Berlin mit Free Floating und Rückgabe an Sixt-Stationen.